Der Verhütungsring (Vaginalring)
Der Verhütungsring ist ein biegsamer Kunststoffring, den die Frau in die Vagina (Scheide) einführt, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Der Ring gibt Hormone ab und wirkt wie die Pille. Weil Hormone Nebenwirkungen haben können und die Verhütung damit nicht für jede Frau geeignet ist, benötigen Sie für den Verhütungsring ein Rezept von einer Ärztin oder einem Arzt.
Mit dem Verhütungsring hat die Frau keinen natürlichen Zyklus und keinen Eisprung.
Wird der Ring immer pünktlich gewechselt, verhütet er sehr zuverlässig.
Wirkung
So wirkt der Verhütungsring:
- Er verhindert den Eisprung.
- Er verändert den Schleim im Gebärmutterhals so, dass Spermien (Samenzellen) es schwer haben, in die Gebärmutter hineinzukommen.
- Er wirkt so auf die Gebärmutterschleimhaut, dass sich keine Eizelle einnisten kann.
So wird der Verhütungsring angewendet
Die Frau führt den Verhütungsring ähnlich wie einen Tampon in die Vagina ein. Dort bleibt er drei Wochen lang. Dann wird er mit dem Finger wieder herausgezogen. Nach sieben Tagen ohne Ring wird ein neuer Verhütungsring eingesetzt.
Während der Woche ohne Ring bekommen die meisten Frauen Blutungen, die aber schwächer sind als die natürliche Menstruation (Monatsblutung). Der Schutz vor einer Schwangerschaft bleibt auch in dieser Zeit bestehen.
Stört der Verhütungsring beim Geschlechtsverkehr, können Sie ihn vorübergehend herausnehmen. Dann muss er spätestens nach drei Stunden wieder eingeführt werden.
- Drücken Sie den Ring zusammen.
- Schieben Sie den Ring mit einem Finger so weit wie möglich nach oben.
- So liegt der Ring richtig in der Vagina.
- Normalerweise bleibt der Ring auch beim Geschlechtsverkehr an Ort und Stelle. Stört er Sie dabei, können Sie ihn vorübergehend herausnehmen. Er muss aber innerhalb von drei Stunden wieder eingesetzt werden.
- Wenn Sie den Ring drei Wochen lang getragen haben, können Sie ihn wieder herausholen. Dazu schieben Sie einen Finger hindurch und ziehen ihn vorsichtig heraus.
- Werfen Sie den Ring in den Müll. Nach einer Woche Pause setzen Sie einen neuen Ring ein.
Das verringert die Sicherheit
- Wenn Sie den Verhütungsring zwischendurch länger als drei Stunden herausnehmen: Führen Sie den Ring schnell wieder ein. Zur Sicherheit sollten Sie in den nächsten sieben Tagen zusätzlich verhüten, zum Beispiel mit Kondomen.
- Wenn Sie nach der 7-tägigen Pause zu spät einen neuen Ring einführen: Dann muss sieben Tage lang zusätzlich verhütet werden, zum Beispiel mit Kondomen. Hatten Sie in der Zeit ungeschützten Geschlechtsverkehr, kommt womöglich die „Pille danach“ in Frage.
- Wenn Sie Medikamente gegen Epilepsie und Viruserkrankungen sowie spezielle Antibiotika gegen Tuberkulose oder Präparate mit Johanniskraut nehmen: Fragen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Auswirkungen auf die Gesundheit
- Manche Frauen bekommen von den Hormonen im Verhütungsring Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen. Auch depressive Verstimmungen und sexuelle Lustlosigkeit sind möglich.
- Es kann zu Vaginalinfektionen (Scheideninfektionen) und zu mehr Ausfluss kommen.
- Der Verhütungsring erhöht leicht das Risiko für Thrombosen, einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall und bestimmte Krebserkrankungen. Schwere gesundheitliche Probleme sind aber selten.
- Die Blutungen sind meist etwas schwächer, kürzer und weniger schmerzhaft als die natürliche Menstruation.
Kosten
Der Verhütungsring kann nur mit einem Rezept in der Apotheke gekauft werden. Er kostet etwa 20 Euro. Dreier- oder Sechser-Packungen sind deutlich preiswerter.
Wenn junge Frauen in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, können bis zum 22. Geburtstag die Kosten für den Verhütungsring übernommen werden. Fragen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.










